Zerbrochene Beziehungen
In Zagreb, der kroatischen Hauptstadt, gibt es ein Museum der zerbrochenen Beziehungen. Ein Künstlerpaar, das sich schmerzhaft getrennt hatte, bat andere Paare, Erinnerungsstücke ihrer Trennung dem Museum zu geben.
Ein Mann aus Deutschland hat seine Axt eingeschickt. (kleine Pause). Nein, nicht, was Sie jetzt denken. Der Mann hat mit dieser Axt nach der Trennung nicht seine Frau, sondern nur deren Möbelstücke zerlegt.
Man sieht auch die abgeschlagene Nase eines slowenischen Gartenzwergs. Darunter steht: „Er, der Mistkerl, fuhr am Scheidungstag arrogant mit seinem neuen Auto vor.“ Der Zwerg flog auf die Windschutzscheibe und zerbrach dann auf der Straße.
Als ich von dem Museum hörte, war mein erster Gedanke: Was für eine skurrile Idee! Aber das Museum macht ja nur sichtbar, was geschehen ist. Gescheiterte Beziehungen, gebrochene Herzen, zerschlagene Seelen und eben auch Wut, Verzweiflung und erschreckende Gewalt.
Das Museum stellt dabei nicht die Schuldfrage. Es geht einen anderen Weg. Paaren wird geholfen, die schmerzhaften Trennungen sichtbar zu machen und dadurch zu verarbeiten. Das ist nicht skurril, sondern genial.
Zerbrochene Beziehungen können auf diesem Weg wohl kaum wieder heilen. Aber die Wut hat einen Platz, ist abgelegt im Museum, vielleicht sogar endgültig. Anderen zur Mahnung und zum Nachdenken. Und Neues kann wachsen. Vielleicht sogar eine neue Liebe.