„Wissenschaft ist ein Menschenrecht!“ Daran erinnert die
UNESCO am heutigen Welttag der Wissenschaft für Frieden und
Entwicklung. Mit anderen Worten sagt die Organisation der
Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur
damit: Falsche Informationen gefährden unser Zusammenleben
auf diesem Planeten.
Statt wissenschaftlicher Fakten werden aber an vielen Stellen
„Alternative Fakten“ aufgetischt, nicht nur von Donald Trump.
Und auch schon lange vor ihm.
Die Älteren werden sich an den Fall der Brent Spar erinnern.
Jenen schwimmenden Öltank der Firma Shell, der 1995 in der
Nordsee entsorgt werden sollte. Eine ökologische Katastrophe,
sagte Greenpeace und rief zum Boykott von Shell auf. Der
Konzern gab dem Druck nach und ließ die Brent Spar an Land
verschrotten. Nur: Greenpeace hatte mit falschen Zahlen
gearbeitet. In der Brent Spar waren weniger als 2% der von
Greenpeace behaupteten Ölrückstände. Die Entsorgung auf See
wäre vermutlich umweltfreundlicher gewesen.
Anderes Beispiel: In einer Talkshow behauptete Alice Weidel von
der AfD, die Grenzwerte für Stickoxide wären im Straßenverkehr
20 Mal strenger als am Arbeitsplatz. Das ist schlicht falsch. Die
höheren Grenzwerte gelten nur in bestimmten Betrieben und auch
da nur kurzfristig. Im Fakten-Check der Talkshow wurde das
aufgedeckt – aber erst am nächsten Tag. Die Stimmung gegen
Umweltschutzrichtlinien war da schon gemacht; was ja wohl auch
die Absicht von Alice Weidel war.
Immer häufiger wird mit gezielten Falschinformationen politisch
Stimmung gemacht. Diese Geringschätzung von Fakten gefährdet
die Demokratie. Dagegen hilft nur das wichtigste Prinzip aller
Wissenschaft: Genau hinschauen, Zweifeln.
„Zweifel ist der Weisheit Anfang“, hat der Philosoph René
Descartes einmal gesagt. Also: Zweifeln Sie!