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Ostern

Es ist ein toller Frühlingstag. Die Sonne scheint und ein leichtes Lüftchen weht. Ich liege bei uns im Garten auf einem Liegestuhl, ein Buch in der rechten und ein kühles Getränk in der linken Hand. Da gibt es plötzlich großes Geschrei. Mein Sohn kommt zu mir gelaufen. Er hält sich seine rechte Hand. Es dauert nicht lange und ich weiß, was passiert ist: Eine Biene hat ihn gestochen. Der Stachel mit dem abgerissenen Giftsack steckt noch in der Haut. Wir gehen schnell ins Haus und ziehen ihn mit einer Pinzette raus. Dann gibt’s einen Kühlakku auf die Hand gegen die Schwellung und ein paar Gummibären gegen die Tränen.

Das alles ist vor drei Jahren passiert. Und seitdem muss ich immer wieder dran denken. Besonders heute, an Ostern. Dem Tag, an dem Jesus von den Toten auferstanden ist. Denn in der Bibel ist im Zusammenhang damit auch von einem Stachel die Rede. Da fragt der Apostel Paulus mit Blick auf Ostern: „Tod, wo ist denn nun dein Stachel?“

Für Paulus ist klar: Seit Jesus von den Toten auferstanden ist, hat der Tod seinen Schrecken verloren. Klar: Nach wie vor müssen Menschen sterben. Sie, ich, eben alle Menschen. Und das tut weh. Zum Beispiel denen, die dann zurückbleiben und todtraurig sind. Aber so wie Jesus von den Toten auferstanden ist, so hoffe ich, dass auch wir eines Tages auferstehen werden. Sie, ich, eben alle Menschen. Der Tod ist dann tot, sozusagen.

Ähnlich wie bei dem Bienenstachel in der Hand meines Sohnes. Zunächst hat der Stich furchtbar wehgetan, aber schon am Abend war nichts mehr davon zu sehen und alle Tränen waren getrocknet. Und die Biene, die ja nur einmal zustechen kann, war da schon lange tot.