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Nomen est omen

Nomen est omen. Der Name ist ein Zeichen. Mit dem Namen zeichnet man ein Kind fürs Leben. Eine Katharina von Irgendwo wird es wohl schon wegen ihres Namens im Leben leichter haben, als eine Chantal Müller. Und die wieder leichter als eine Fatima Özcügüll. Selbst wenn Fatima Özcügüll die Begabteste von den Dreien ist.

Der Name verrät die soziale Herkunft. Migranten. Oberklasse. Mittelklasse. Bildungsfern. Und das beeinflusst die Chancen auf gute Noten in der Schule, auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt. Diskriminierung ist zwar verboten. Aber nomen est omen.

Gerecht ist das nicht.

 

Früher war das nicht so einfach, schon vom Vornamen auf das soziale Milieu zu schließen. Denn die Namen richteten sich oft nach den Namen der Heiligen, die am Geburts- oder Tauftag eines Kindes ihren Gedenktag hatten. Ein Junge, der am Martinstag, dem 11.11. geboren oder getauft wurde, hieß dann eben Martin. Egal ob der Vater Schuster war oder General.

Heute wäre für diese Form der Namensfindung übrigens ein guter Tag. Zumindest für Jungs. Der heutige Namenstag: Felix, der Glückliche. Nomen est omen. Wenn das stimmt, ist Felix gut dran.

 

Ein Kind mit einem Namen zu bezeichnen, ist übrigens genau das, was in der Taufe geschieht. Alle, die getauft sind, sind auf den Namen Christi getauft. Katharina, Chantal, Martin oder Felix – sie alle tragen den Namen Christi. Nomen est omen. Sie sind Gottes Kinder. Alle gleich geliebt. Das gilt übrigens auch für Fatima. Wo wir das bedenken, schwindet auch die ungerechte Chancenverteilung.