Neulich im Supermarkt
Neulich im Supermarkt. Während ich meine Einkäufe verstaue, bleibe ich am „Schwarzen Brett“ hängen. Sie kennen das: diese bunte Wand aus Zetteln und Träumen.
Gleich oben links fragt mich ein Aushang für Tierkommunikation: „Ist mein Haustier glücklich? Was fehlt ihm?“ Direkt daneben, mit Rosen umrandet, die ganz große Nummer: „Anleitung zum Glücklichsein. Make more money, Mami goes Millionär“. Ein Coaching zum Reichtum. Ich schmunzle und frage mich: Suchen meine Frau oder meine Tochter, die bald selbst Mutter wird, wirklich nach diesem „Geld-Glück“?
Dann wird es bodenständiger. Gebrauchte Wäschetrockner stehen zum Verkauf. Wer weiß, vielleicht bringt ein trockener Berg Wäsche am Ende mehr Zufriedenheit als jedes teure Seminar. Ein Kofferset, „nur einmal benutzt“, verspricht das nächste Reiseglück. Und dann entdecke ich eine Anzeige, die mir richtig gut gefällt: Jemand sucht Leute aus der Nachbarschaft zum gemeinsamen Kochen und Spazieren.
Ich wünsche der Inserentin von Herzen viele gute Kontakte. Vielleicht entstehen ja echte Freundschaften? Sogar ein Satz Alufelgen wird angeboten, „ganz ohne Macken“. Ein Glücksfall für Autofreunde.
Auf dem Heimweg lassen mich diese Zettel nicht los. Wir suchen doch alle irgendwie unser Glück – und manchmal scheint es direkt neben den Sonderangeboten zu hängen. Welches Glück suchen Sie gerade? Oder haben Sie es vielleicht schon längst gefunden?