Mit Herz kochen
Gott, du lässt Gras wachsen für Tiere, und Pflanzen, die der Mensch anbauen und ernten kann. So hat er Wein, der ihn erfreut, Öl, das seinen Körper pflegt, und Brot, das ihn stärkt.
Für mich starke Worte aus der Bibel. Darin steckt Dankbarkeit und Ehrfurcht vor dem, der uns die Basics zum Leben und Genießen gibt. Zum Beispiel das Essen.
Leider bin ich irgendwie keine leidenschaftliche Köchin mehr. Mir ist die Lust am Kochen abhandengekommen. Stress, zu wenig Zeit, und wenn es dann auf dem Tisch ist, denke ich schon an die nächsten Schritte: Wegräumen und Aufräumen.
Ich habe türkische Frauen kennengelernt. Immer, wenn ich nach dem Rezept frage, sagen sie: „Es ist nicht schwer, aber du musst das mit Herz machen. Du musst mit dem Herzen dabei sein!“ Also, an nichts anderes denken. Wie schwer ist das denn? Verbissenheit hilft dabei nicht. Da fehlt die im Bibelvers beschriebene Freude, die Pflege, die von innen geschieht, die Stärkung aus dem Brot.
Ich habe es weiter probiert. Mit Musik und Lachen klappt es besser. Mein Herz schwingt, wenn ich beim Kochen singen und lachen kann, wenn es nicht darauf ankommt, was ich kann, sondern was entsteht. Und eine riesige Portion Segen hilft auch. Mein Herz wird gefüllt, der Magen dann auch.