Lost
Alles zu viel. Jetzt schon. Mein 2026 ist durchgeplant. Eigentlich sehe ich kein Land mehr. Wo sind Inseln, über die ich mal frei verfügen kann?
Sicher, über einige der kommenden Termine freue ich mich. Die mit meinem Freundeskreis, mit Familie, der Urlaub, und klar, auch mit meiner Arbeit und meinem Engagement in der Kirche. Zeit für mich allein – die wird manchmal fehlen. Ein Luxusproblem, denn ich weiß:
Die Anzahl von Menschen, die allein sind und dann einsam werden, steigt. „Ich will keinem zur Last fallen“, „Du hast doch schon genug um die Ohren“, „Eigentlich müsste ich ja zufrieden sein“, sind Sätze, die ausdrücken, dass sich Menschen für ihr Gefühl der Einsamkeit schämen. Einsamkeit ist die blöde Form des Alleinseins.
Es sind nicht nur Ältere, die einsam sind. Auch junge Menschen fühlen sich „lost“. Verloren, nicht gesehen, und oft damit verbunden, auch sinnlos und überflüssig. Lost sein ist kein bisschen cool. Lost ist, wer nirgendwo dazugehört.
In meinem christlichen Glauben hoffe ich für alle, die lost sind, dass es Engel im Alltag gibt, die wirklich helfen, das zu ändern.
Damit diese Leute erfahren, wofür ich sehr dankbar bin: Dem Verbundensein mit anderen, die nach mir fragen, die sich ernsthaft für mich und mein Leben interessieren.
Ja, mein Terminkalender ist jetzt schon übervoll. Aber ich werde dieses Jahr mit Menschen feiern, leben und lachen und achtsam bleiben, für all die, die dieses Glück nicht haben.