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Knutstag

 

„Nadelt er noch oder ist er schon weg?“ Heute wäre ein guter Tag, den Christbaum zu entsorgen. Einfach auf die Straße werfen. Die Freiwillige Feuerwehr holt ihn ab und lädt zum Umtrunk. Gut, in diesem Jahr nicht. Wegen Corona. Aber ansonsten ist das vielerorts schon Tradition geworden. Knutstag heißt das in Skandinavien. Benannt nach dem heiligen Knut. Der war ein dänischer König im 11. Jahrhundert. Als Heiliger war er bestenfalls so mittel. Seine größte Leistung: Die Verlängerung der Weihnachtszeit bis zum 13. Januar. Daher der Brauch mit den Christbäumen.

Bei uns wurde der Brauch bekannt durch das schwedische Möbelhaus, Sie wissen schon, das eine witzige Werbung daraus gemacht hat.

 

Früher wusste man nichts vom Knutstag. Genauso wenig wie vom Valentinstag oder von Halloween. Alle diese Feste wurden mit enormem Werbeaufwand von der Wirtschaft gepusht. Warum auch nicht?

Wie bereitwillig die fremden Traditionen aufgenommen wurden, zeigt zum einen, wie groß die Sehnsucht nach Festen und Bräuchen ist. Und zum anderen, wie fremd die eigenen Traditionen geworden sind. Zugegeben, die klingen nicht so sexy. Und Geld lässt sich damit auch nicht verdienen.

Und doch bleibt festzuhalten: Weihnachten endet in unserer Tradition nicht am Knutstag, sondern je nach Konfession an Epiphanias, also dem 6. Januar, oder an Mariä Lichtmess, dem 2. Februar. So oder so geht’s ums Licht. Das Licht der Weihnacht, das Licht Gottes, bleibt in der Welt.

Unsere Wohnung jedenfalls bleibt noch gut zwei Wochen weihnachtlich geschmückt.