Kindischer werden?
Ach, was tut mir die Sonne gerade gut. Und ich glaube, nicht nur mir. Überall zieht es die Menschen nach draußen. In den Parks wird gelacht, abends liegt Grillgeruch in der Luft, und auf den Spielplätzen wird wieder gerannt, gerufen, gestritten – und Sekunden später versöhnt. Das Leben ist zurück. Zumindest fühlt es sich so an.
Und dann reicht ein Satz, ein Blick aufs Handy – und sie ist wieder da, die andere Wirklichkeit. Nachrichten, die hängen bleiben. Bilder, die man nicht so leicht loswird. Die Welt ist ja nicht plötzlich leichter geworden, nur weil die Sonne scheint. Was mich aber da im Moment wirklich beschäftigt: Kinder scheint das gar nicht zu stören. Die rennen einfach weiter. Spielen Fangen, bauen Burgen, erfinden ganze Welten. Ein kurzer Streit – „Du bist!“ – und weiter geht’s. Keine Verdrängung. Aber auch kein Festhalten.
Ich merke: Ich kann das nicht mehr so gut. Ich bleibe hängen. In Gedanken, in Sorgen, in dem, was alles noch sein könnte. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“, sagt Jesus einmal. Ob er vielleicht das gemeint haben könnte? Diese seltsame Fähigkeit, beides zu können. Zu wissen, dass nicht alles gut ist. Und trotzdem von Herzen lachen und spielen zu dürfen. Wieder ein bisschen „kindischer“ werden. Ach, wäre das schön.