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Hohn und Spott

„Eure Armut kotzt mich an!“ Mit diesem Aufkleber neben dem Nummernschild ist kürzlich einer in einem sündhaft teuren Sportwagen an mir vorbeigerauscht. Ich hätte dem Fahrer ja gerne mal gesagt, was mich ankotzt…. Aber er war dann schon weg.

 

Warum können manche der Versuchung nicht widerstehen, andere zu verspotten, denen es weniger gut geht?

Die Klassenschönste verhöhnt das pummelige Mädchen mit den Pickeln. Der dynamische Jungunternehmer lästert über die, die weniger leistungsstark sind. Und der reiche Erbe beschwert sich, dass er die Loser, die nichts haben, auch noch durchfüttern muss.

Warum machen die das?

 

Vielleicht aus Angst. Weil sie zumindest eine Ahnung haben, dass Schönheit, Stärke und Reichtum in einem Augenblick zunichte sein können. Ich glaube, Hohn und Spott sind so eine Art magischer Abwehrritus.

 

Das war schon bei der Kreuzigung Jesu so. Die ganze Zeit wurde Jesus verspottet und verhöhnt. „Hilf dir doch selbst!“ „Steig doch runter vom Kreuz.“ „Du Loser!“ Und am Ende haben sie über seinem Kopf noch ein Schild ans Kreuz genagelt: Der König der Juden. Der King. Das war der Gipfel des Spotts.

Aber am dritten Tag war das Grab leer. Jesus ist auferstanden. Der Loser war wirklich der King.

 

In der Bibel heißt es: „Wenn du die Armen verspottest, beleidigst du ihren Schöpfer; über das Unglück anderer freut sich niemand ungestraft.“ (Spr 17,5)

 

Guter Spruch! Für einen Autoaufkleber aber wohl leider etwas zu lang.