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Gutmenschen

Ich bin mir nicht sicher, wann das genau passiert ist.

Aber irgendwann muss das Wort Gutmensch zu etwas Schlechtem geworden sein.

Heutzutage, da muss man Ellbogen haben, um nicht auf der Strecke zu bleiben.

Wer sich durchbeißt, wer sich durchkämpft,

wer sich gegen andere behaupten kann, der ist wirklich gut.

Und Ja, manchmal bleiben andere dafür auf der Strecke.

Aber sind die nicht auch selbst daran schuld?

 

Ich glaube das zwar nicht, aber ich bin ja auch nur ein Gutmensch.

Zumindest versuche ich einer zu sein. Und das ist gar nicht einfach.

Das ist sogar ausgesprochen unangenehm.

Es wäre viel einfacher die Welt einfach so hinzunehmen, wie sie ist

und zu schauen, dass am Ende ich selbst nicht zu kurz komme.

Sich bewusst dagegen zu entscheiden ist, das ist ein täglich neuer Kampf

mit mir selbst und dem inneren Schweinehund.

Der Apostel Paulus kennt diesen Kampf, und schreibt: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“

 

Sich selbst nicht von bösen Erfahrungen überwinden zu lassen,

das ist wirklich eine Herausforderung.

Wenn ich merke, dass ich doch ausgenutzt worden bin.

Und selbst auf der Strecke bleibe, und mir mal wieder niemand hilft.

Dann brauche ich sie – all die anderen Gutmenschen um mich herum.

Die, die nicht Ihre Ellbogen, sondern ihre Hände ausstrecken.

Die, die mir aufhelfen und halt geben.

Die, die sich einsetzen und sich nicht zuerst selbst,

sondern anderen den Weg frei machen.

 

Was sagen Sie – kämpfen wir heute diesen Kampf gemeinsam?

Nicht für uns, nein. Sondern für alle, die schon auf dem Boden liegen.