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Gott spricht nicht nur hochdeutsch

Am Sonntag werde ich Kerwe-Gottesdienst in Lambsborn feiern – natürlich auf Pfälzisch! Manche sagen: ein Gottesdienst auf Mundart – das ist völlig unpassend für einen Gottesdienst. Als ob Gott nur Hochdeutsch versteht… Martin Luther hat mal gesagt: „Man muss dem Volk aufs Maul schauen.” Er hat die Bibel ins Deutsche übersetzt. In die Sprache der „normale“ Menschen. Stellen Sie sich mal vor: Gott würde saarländisch sprechen – dann würde er gar nicht mehr so fremd wirken, oder?

Wenn ich pfälzisch predige, werden die alten Texte nahbar. Zum Beispiel die Geschichte vom verlorenen Sohn: auf einmal ist des de Bub von gee’n’iwwer. Die Bibel erzählt dann Geschichten von Menschen, die ich kenne. Die traurig, verzweifelt sind. Die hoffen und lieben. Ich kann mir vorstellen: würde Jesus heute unter uns leben, wäre seine Begrüßung mit Sicherheit „Gemorje“ oder „Gude!“

Ich sage: Mundart bringt Glaubensthemen näher. Weil das die Sprache ist, in der wir lachen. Weinen. Streiten. Versöhnen. In der wir beten, wenn uns die Worte fehlen. Gott redet in einer Sprache, die mein Herz versteht. Gott ist nicht distanziert. Sondern mittendrin. In meinem Alltag. In meiner Sprache. In meinem Leben.