Beiträge

„Fürchte dich nicht!“

Ich weiß noch, wie ich mit meinem Vater als kleiner Junge in einem Freizeitpark gewesen bin und ich zum ersten Mal Achterbahn fahren durfte. Je länger wir gewartet haben, desto mehr hat mich der Mut verlassen. Von nah sah das alles viel schneller und gefährlicher aus. Donnernde Räder und schreiende Leute. Irgendwann habe ich angefangen, zu weinen. „Ich will doch nicht“, habe ich zwischen zwei Schluchzern zu meinem Vater gesagt. „Du brauchst keine Angst zu haben“, hat der geantwortet. Er hat mir seine große Hand auf die Schulter gelegt und mich liebevoll angeschaut. Und sofort habe ich mich zumindest ein kleines bisschen mutiger gefühlt.

 

Für viele Kinder sind ihre Eltern unbesiegbar. Denn die wissen einfach alles. Die können alles. Und die fürchten sich vor gar nichts. Zumindest glauben das Kinder solange, bis sie selbst irgendwann älter und Eltern werden. Irgendwann lernen sie dann doch, dass sich auch Erwachsene fürchten. Und dass die Hand auf der Schulter mit der Zeit immer schwächer wird, bis sie irgendwann schmerzlich fehlt.

 

Gerade jetzt im dunklen November. Gerade dann, wenn einem das Leben und die Welt donnernd um die Ohren fliegt und sich der Magen vor Aufregung und Sorge zusammenzieht. Ob sich auch Maria so gefühlt hat, als sie gemerkt hatte, dass sie schwanger war? „Fürchte dich nicht“, hat da der Weihnachtsengel zu ihr gesagt. „Du brauchst keine Angst zu haben“, sagt er auch heute schon zu Ihnen. Mitten in der Krise. Mitten in der Angst. Mitten im November legt er seine Hand auf Ihre Schulter und schaut sie liebevoll an.

„Fürchte dich nicht“, sagt der Engel. „Am Ende wird alles gut.“