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Fahne, Trikot, Bier

Fahne, Trikot, Bier. Für Bärbel Bas, die Bundesarbeitsministerin, gehört das dazu, um ein Fußballspiel so richtig zu genießen. Zwischen Rentenreform und Flexibilisierung der Arbeitszeit ging es am Sonntagabend bei Caren Miosga auch darum.

Die Ministerin freut sich auf die Fußballweltmeisterschaft. Ich mich auch. Wie ich fast ein wenig überrascht feststelle. Denn zu kritisieren gibt es genug. Zu groß, zu teuer, zu weite Wege. Viele Fans dürfen gar nicht einreisen. So richtig einladend kommt Amerika derzeit wirklich nicht rüber. Kein Wunder, dass die Buchungen für Reisen, Hotels und Tickets hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Begeisterung sieht anders aus.

Aber jetzt wage ich mal eine Prognose: Spätestens ab dem Achtelfinale, wenn sich die Spreu vom Weizen getrennt hat, wird das anders werden. Für uns könnte es dann gegen Frankreich gehen. Das wird hart. Ich hoffe, dass es für uns danach noch weitergeht. Denn ein bisschen mehr Begeisterung könnten wir in Deutschland dringend brauchen. Zwar finden mehr als zwei Drittel der Deutschen, die Lage sei besser als die Stimmung, aber trotzdem schauen nur 14 Prozent zuversichtlich in die Zukunft. Das ist ein katastrophaler Wert. In dieser miesen Stimmung kann nichts Gutes entstehen. Die Politik muss endlich liefern, höre ich überall. Ehrlich gesagt, mit dieser Lieferando-Haltung kann ich nichts anfangen. Natürlich muss die Politik ihre Arbeit machen. So gut wie möglich. Aber liefern müssen wir alle. Die Bereitschaft, Reformen mitzutragen, auch wenn sie uns etwas abverlangen; dass Ganze in den Blick zu nehmen und nicht immer nur mich und meine Interessen. Ja, dabei muss es gerecht zugehen. Aber ohne die Bereitschaft zu Veränderungen verlieren wir alle. Es ist wie im Fußball. Wenn man ein Spiel nur verwaltet, schießt man keine Tore. Und wenn ich schon dabei bin, hier noch ein paar Fußballweisheiten. Gewinnen kann man nur zusammen. Man muss an seine Grenzen gehen, ja, auch dahin, wo’s weh tut. Vorbei ist es erst, wenn’s vorbei ist. Aufgeben gilt nicht. Ich weiß, das klingt banal. Aber deswegen muss es ja nicht falsch sein. Vielleicht sollten wir alle in den nächsten Wochen viel Fußball schauen, um möglichst viel von diesem Geist aufzunehmen.

Ich hab’s vor. In einer guten Stunde geht’s los.

Fahne und Trikot habe ich zwar nicht, aber das mit dem Bier, das krieg‘ ich hin.