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Erst mal den Müll rausbringen

„Erst mal den Müll rausbringen.“ Was klingt wie die nervige Ermahnung gestresster Eltern an den faulen Nachwuchs, erweist sich bei genauer Betrachtung als echte Lebensweisheit.

Die Politikwissenschaftlerin und Sicherheitsexpertin Florence Gaub hat neulich in einem Interview erzählt (zeit online, 27.11.2025), wie sie einmal einen Job nicht bekommen hat, den sie unbedingt wollte. „Das war schlimm für mich“, sagt sie. Dann erzählt sie, wie sie wieder Boden unter die Füße bekommen hat: „… ich habe auf meine Ressourcen geschaut.“ Freunde, Familie, Fähigkeiten. Und weiter: „Selbstwirksamkeit kann … heißen, erst mal den Müll rauszubringen. Dann hat man etwas geschafft und macht von dort aus weiter.“

Selbstwirksamkeit: sich nicht lähmen lassen, sondern darauf vertrauen, etwas bewegen zu können; wir brauchen das so dringend, wie das tägliche Brot.

Der Heilige Franziskus hat auch etwas zur Selbstwirksamkeit gesagt (auch wenn er den Begriff sicher nicht kannte): „Beginne mit dem Notwendigen, dann tue das Mögliche und plötzlich wirst du das Unmögliche tun“.

Sich lähmen lassen, das geht ganz schnell – angesichts von Krieg und Krisen, Gier und Gewalt, Dummheit und Hass. Manches Mal möchte ich mich am liebsten im Bett verkriechen und mir die Decke über den Kopf ziehen. Ich kann doch eh nichts tun.

Dann ermutigen mich Franziskus und Florence.

Beginne mit dem Notwendigen. Erst mal den Müll rausbringen. Und von da aus weiter.