Einkaufswagen-Politik
In letzter Zeit rege ich mich öfter auf. Über Politik. Über Entscheidungen, die ich nicht nachvollziehen kann. Über steigende Spritpreise. Und über die Frage, wer eigentlich die Verantwortung für das ganze Schlammassel trägt.
Neulich beim Einkaufen hat mich diese Frage wieder eingeholt. Vor dem Supermarkt gab es nur noch zwei freie Parkplätze – und genau dort stand quer ein verlassener Einkaufswagen. Ich bin ausgestiegen, roter Kopf, innerlich auf 180. Habe geschimpft, mich umgeschaut – und einen Mitarbeiter entdeckt. Den wollte ich mir gleich vorknöpfen.
Aber dann kam mir ein Gedanke. Wer ist hier verantwortlich? Natürlich könnte ich mich beschweren. Vielleicht ist es sogar sein Job. Ich könnte mich im Recht fühlen – und im Ärger bleiben. Oder ich mache etwas anderes. Ich schiebe den Wagen selbst zurück. Ein paar Schritte nur. Und plötzlich ist der Parkplatz frei. Und mein Kopf auch.
Seitdem lässt mich dieser Gedanke nicht los: Vielleicht beginnen Lösungen für die großen Probleme gar nicht zuerst in der Politik. Vielleicht beginnen sie kleiner. Näher. Bei mir. Mit der Frage: Was liegt in meiner Verantwortung? Und die Antwort ist manchmal erstaunlich einfach.