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Ein Licht geht auf

Gestern habe ich endlich den Weihnachtsbaum besorgt. Und was für ein Prachtexemplar das ist! Voller Vorfreude aufs Schmücken hab‘ ich dann zu Hause schnell Kugeln, Sterne, und Lichterkette aus dem Keller geholt. Sicher, es mag Menschen geben, die finden den Christbaum schlicht, mit Strohsternen und echten Kerzen, am Schönsten – bei mir muss der aber so richtig bunt und kitschig funkeln.

Eine gute Weile später hängt dann auch alles an seinem Platz. Ganz erwartungsvoll nehme ich den Stecker der Lichterkette, stecke ihn in die Steckdose und will gespannt mein glitzerndes Kunstwerk betrachten. Aber: Pustekuchen. Der Baum bleibt dunkel.

Ich seufze. Vielleicht fluche ich auch ein bisschen. Ich wackle an den Birnchen, zupfe hier und rüttle da – aber es tut sich nichts. Bis dann doch, ganz hinten, ein buntes Birnchen aufleuchtet. Nur eines. Von hundert. Aber: es leuchtet.

Ich bleibe stehen und gebe auf. Vielleicht passt das ja ganz gut zu diesem 23. Dezember: diesem seltsamen Tag zwischen Hektik und Heiligabend. Zwischen den letzten Besorgungen und der leisen Vorfreude auf das, was kommt. Und so sehr ich mir da auch das festliche Funkeln wünsche würde – das eine Licht, dass da tapfer am Baum leuchtet, das passt doch viel besser.

Und wer weiß: Vielleicht erlebe ich morgen ja doch noch ein kleines Weihnachtswunder und kann mich am funkelnden Weihnachtsbaum freuen. Und falls nicht: Über dem Stall in Bethlehem hat ja damals auch nur ein Licht geleuchtet. Ein Stern. Aber der hat gereicht.