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Der entscheidende Satz

Das Jahr 2026 ist noch jung – und gefühlt nur schlechte Nachrichten. Feindseligkeiten zwischen Ländern, Parteien, Religionen, bei uns und weltweit. Wo bleibt der Lichtblick?

Gibt es. Im Saarland. Gegner oder mindestens Konkurrenten, arbeiten zusammen: Parteien, Religionen, viele gesellschaftliche Gruppierungen. Das Ziel: eine neue Einleitung für die saarländische Landesverfassung. Eine Präambel. Das klingt erst einmal technisch, aber dort werden Grundwerte benannt – und die sind unser wichtigstes Schutzschild gegen Demokratiefeinde.

Schön ist, dass dafür die Landtagsfraktionen von SPD und CDU gemeinsam einen Entwurf vorlegen. Darin das Bekenntnis zu Völkerverständigung, zu Europa, zu Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit und der Verantwortung für zukünftige Generationen.

Noch schöner wäre es, wenn dort auch stehen würde, woher diese Grundwerte kommen. Diese Ergänzung schlagen Vertreter von Christen aller Konfessionen, von Juden und Muslimen vor. Sie sprechen für zusammen Dreiviertel der im Saarland lebenden Menschen. Ein solches Bündnis hat es so noch nie in Deutschland gegeben. Der Vorschlag heißt:

Im Bewusstsein unserer Verantwortung vor Gott und den Menschen, auf der Grundlage des religiösen und humanistischen Erbes, gibt sich das Volk des Saarlandes die folgende Verfassung.

Mit diesem Satz wird deutlich, wo die Ursprünge der in der Verfassung festgehaltenen Grundwerte liegen: im christlichen Menschenbild – Vor Gott ist jeder Mensch gleich. Und im Humanismus – Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Es gab eine finstere Zeit in Deutschland, da wurden diese Ursprünge geleugnet. Nazi-Verbrecher hatten den Staat gekapert. Mit schrecklichen Folgen. Ähnliche Zeiten können wieder kommen. Deshalb ist es wichtig, nicht überschreitbare Grenzen festzuschreiben. Sie sind unverrückbar, unverhandelbar gesetzt. Eben vor Gott!

Im Landtag war heute die Anhörung zu dem Entwurf dieser neuen Präambel. Bald entscheiden die Abgeordneten, ob sie dem gemeinsamen Vorschlag von muslimischen, jüdischen und christlichen Saarländerinnen und Saarländern folgen und den fehlenden Satz übernehmen. Im deutschen Grundgesetz steht er übrigens.

Werben Sie bei den Männern und Frauen, die für uns im Landtag sind, dass dieser Satz unsere Landesverfassung eröffnet!

Hier der Link zur ARD-Mediathek: https://www.ardmediathek.de/video/aus-christlicher-sicht/aus-christlicher-sicht-22-01-2026/sr/Y3JpZDovL3NyLW9ubGluZS5kZS9BQ1NfMTYzNjEz