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Allez Hopp, Helau und Alaaf

Allez Hopp, Helau und Alaaf. Heute, am 11.11. um 11:11 Uhr
beginnt die neue Karnevalssaison. Aber: Warum ist das
eigentlich so? Na ja, könnte man vermuten, wegen der 11, der
närrischen Zahl. Aber was ist denn an der 11 so närrisch?

Weit verbreitet ist eine religiöse Deutung. Die 11 sei die Zahl der
Sünde. 10 Gebote hat Gott den Menschen gegeben. Den Narren
aber interessieren diese Gebote nicht, zumindest während des
Faschings. Er hält sich sozusagen an das 11. Gebot: Du sollst dich
nicht erwischen lassen.

Der tatsächliche Grund, weshalb der 11.11. von alters her mit
einem ausgelassenen Fest gefeiert wurde, hat allerdings mit der
närrischen Zahl 11 gar nichts zu tun. Heute ist ja St. Martin. Und
früher wurde zwischen St. Martin und Weihnachten gefastet. Da
galt es, vorher alles zu verzehren, was nicht „fastenzeittauglich“
war und sich bis Weihnachten nicht hielt: Fleisch, Fett, Schmalz,
Eier und Milchprodukte. Dass diese kleine Fastnacht im
November nicht so ausführlich gefeiert wurde wie die große im
Frühjahr, lag einfach daran, dass bis St. Martin so viel zu tun war:
Die Ernte musste eingefahren und weiterverarbeitet werden. Da
war keine Zeit zum Feiern.

Es geht also nicht um die Zahl 11, sondern um das Feiern vor dem
Fasten. Und das Fasten war die Vorbereitung auf die christlichen
Hauptfeste. Daran hat sich eigentlich auch nichts geändert; auch
wenn in unserer Tradition davon höchstens noch das Fasten vor
Ostern übrig geblieben ist.

Ich finde, es liegt viel Weisheit in diesem alten Rhythmus von
Arbeiten, Fasten und Feiern. Arbeiten wird unerträglich, wenn es
nicht immer wieder unterbrochen wird. Und ohne Zeiten des
Verzichtes, ohne Fasten, würde das Feiern fade.
In diesem Sinne: Allez Hopp, Helau und Alaaf.