Alles hat seine Zeit
Alles hat seine Zeit. Ein sprichwörtlich gewordener Satz. Und wo steht er? Genau, in der Bibel. Im Buch „Der Prediger“.
Lachen und Weinen, jung sein und alt sein, Reden und Schweigen, einpflanzen und ausreißen, Lieben und Hassen. Alles hat seine Zeit. Das Leben besteht aus Gegensätzen, aus Kontrasten, aus Höhen und Tiefen. Wer immer nur fröhlich strahlt, wirkt unecht. Ohne Jugend gäbe es auch kein Alter. Wer immer nur redet, nervt – und wer nur schweigt auch!
Der Prediger scheut sich nicht davor zurück, Krieg und Frieden als einen Gegensatz zu nennen, der seine Zeit hat.
Nur Frieden wäre der Himmel, nur Krieg die Hölle auf Erden. Das Eine wird es wohl nicht geben, das Andere soll es nicht geben.
Aus seinen Beobachtungen kommt der Prediger zum Schluss:
Im Leben kommt es darauf an, die Dinge dann zu tun, wenn sie „dran“ sind, und ihnen dann auch die Zeit zu lassen, die sie brauchen. Wer schon ein bisschen weiter im Leben steht, hat erlebt, dass manches schnell geht und manches langsam und dass es sich lohnt, auch mit sich selber geduldig zu sein.
Alles hat sein Zeit: Mir sagte mal eine alte Frau: „Joachim, wir haben einen heiligen, keinen eiligen Geist. Gott kommt immer rechtzeitig.“