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Alles gut. Kein Problem.

„Alles gut!“ Das sage ich ständig. Und fast genauso oft „Kein Problem!“. Irgendwann habe ich mal angefangen, darauf zu achten und jetzt fällt es mir immer häufiger auf. Wenn ich es sage, und wenn andere es sagen.

„Alles gut!“ ist eine einfache Antwort für so ziemlich jede Situation. Ob gut – oder nicht.

Manchmal ist es ein ehrliches „Es geht mir gut“. Manchmal aber auch ein „Es geht mir nicht gut, aber damit möchte ich dich nicht belasten.“
Manchmal meint es „Alles gut, deine Entschuldigung ist nicht nötig“, und dann aber auch manchmal „Ich bin zwar verletzt, aber will nicht übertreiben!“

Manchmal steht „Kein Problem“ für „Ich schaffe das allein“, manchmal für „Ich bin zwar überfordert, aber ich traue mich nicht, um Hilfe zu bitten.“

Oft ist eben auch nicht „Alles gut“, auch wenn ich es sage. Wann ist denn sowieso jemals wirklich Alles gut?

Ein „Alles gut!“ ist fast wie ein Reflex, um andere nicht vor den Kopf zu stoßen und um unangenehme Themen schnell zu umschiffen. Um mich zu schützen und meine Mitmenschen. Aber doch oft ein kleines bisschen unehrlich.

Ich werde versuchen, ab jetzt weniger „Alles gut!“ und „Kein Problem!“ zu sagen. Zumindest dann, wenn ich es nicht so meine. Und auch wenn ich es so meine, ist eine ausführlichere Antwort, wie ein „Das habe ich sehr gerne gemacht!“ oder ein „Mir geht es heute wirklich gut.“ doch deutlich schöner.