Alle Jahre wieder
Alle Jahre wieder nehme ich mir fest vor, dass es dieses Weihnachten bei mir zu Hause einmal anders laufen soll: So ganz ohne Weihnachtsstress, ohne Hektik und ohne Last-Minute-Geschenke. Dafür mit viel Besinnlichkeit, rechtzeitig abgeschickten Weihnachtskarten und diesem schönen Gefühl, mich um alles rechtzeitig gekümmert zu haben.
Allerdings hat mir mein Blick in den Adventskalender heute früh auch gezeigt, dass ich mit all diesen guten Vorsätzen auch in diesem Jahr mal wieder grandios scheitern werde. Denn während ich gefühlt immer noch die Bretzel von Sankt Martin verdaue, ist übermorgen schon Heilig Abend. Und ich? Ich bin – wie alle Jahre wieder – alles andere als bereit dafür.
Und während ich mich panisch durch verknotete Lichterketten wühle, da kommt mir ein Gedanke. Ist eigentlich irgendwer schon mal so wirklich bereit für Weihnachten gewesen?
Maria und Josef schonmal nicht. Keine Unterkunft. Kein Kinderbettchen. Keinen Plan. Und trotzdem kam das Kind. Und auch die Hirten auf dem Feld waren nicht bereit. Die erwischt das Weihnachtsfest sogar mitten in der Arbeit. Und selbst Ochs und Esel haben wahrscheinlich eher ungläubig auf das Kind geschaut, dass da mitten in der Nacht plötzlich in ihrer Futterkrippe gelegen hat.
Nein, so richtig bereit für Weihnachten ist und war, glaube ich, noch keiner gewesen. Aber vielleicht ist das genau der Punkt: Dass Gott kommt, auch wenn ich noch am Lichterketten entknoten und Geschenke einpacken bin. Ich mag noch nicht bereit sein – aber Weihnachten ist bereit für mich. Und das reicht. Alle Jahre wieder.