Vertrauen statt Verschwörung
Angela Merkel ist ein Echsenmensch und angetreten, die Menschheit zu knechten. Donald Trump demgegenüber ist eine Lichtgestalt, der die Eliten des sogenannten „Tiefen Staates“ bekämpft, einer Art geheimer Regierung im Untergrund aus Sicherheitsbehörden, Militär, Justiz und Verwaltung. Die nämlich wollen die Menschen durch Impfungen zu willenlosen Sklaven machen. Zu verrückt, um wahr zu sein? Ohne Frage. Aber nicht zu abstrus, um geglaubt zu werden. Verschwörungstheorien sind so alt wie die Menschheit selbst. Aber seit dem Hexenwahn des Mittelalters waren sie nicht mehr so verbreitet, wie heute. Das liegt natürlich am Internet und den sozialen Netzwerken. Aber nicht nur. Die massenhafte Verbreitung von Verschwörungstheorien kann nur erfolgreich sein, weil viele Menschen bereit sind, sie zu glauben. Warum ist das so?
Die Welt sei aus den Fugen geraten, sagen Politiker und Wissenschaftler. Und es ist ja richtig: So viel Krise war selten. Alte Gewissheiten gelten nicht mehr. Soziale Regeln verlieren an Bedeutung. Selbst die Natur, so scheint es, wendet sich gegen uns. Das alles verunsichert uns im Innersten. Wir suchen nach Sicherheit. Nach Mustern, die die Welt erklären. Und am besten noch einen Feind präsentieren, der Schuld hat am Zustand der Welt und den man bekämpfen kann. Die Regierung, die Impfbefürworter, die angebliche jüdische Weltverschwörung oder halt die Echsenmenschen.
Das Prinzip, das sich hier zeigt, findet sich auch in jeder religiösen Tradition: scheinbare Muster erkennen, Feinde präsentieren und sie bekämpfen, um Sicherheiten zurückzugewinnen, die doch für alle Zeiten verloren sind.
Jesus weist einen anderen Weg. Den des Vertrauens. Des Gottvertrauens. Krisen, sagt er sinngemäß, habt ihr immer. Lasst euch davon nicht gefangen nehmen. Leute, die überall Zeichen für den Weltuntergang zu erkennen meinen, habt ihr auch immer. Folgt ihnen nicht. Jesus redet die Krisen nicht einfach weg. Er weist einen Weg, sie auszuhalten und mit ihnen umzugehen. Ich verstehe ihn so: Lebt aus dem Vertrauen und tut was vernünftig ist. Nach bestem Wissen und Gewissen.
Auch dann werden wir Fehler machen, die zu neuen Krisen führen. Aber wir werden bestimmt nicht Angela Merkel für einen Echsenmenschen halten oder Donald Trump für eine Lichtgestalt.
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