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#metoo

Ich bin doch kein Weinstein! Mit dem Hollywood-Produzenten, dem vorgeworfen wird, er habe unzählige Frauen sexuell belästigt und genötigt, habe ich doch nichts zu tun. Jeder sagt: So bin ich nicht.

 

Unter dem Hashtag  #metoo – „mir ist das auch passiert“ erzählen seit Wochen unzählige Frauen, wie sie begrapscht wurden, mit anzüglichen Bemerkungen belästigt und auch vergewaltigt. Unbekannte Frauen melden sich da zu Wort und viele Promis, Schauspielerinnen, Politikerinnen. Offensichtlich ist sexuelle Gewalt von Männern ein Massenphänomen. Das ist nicht neu. Aber wir Männer schaffen es immer wieder, es zu verharmlosen. „Ich bin ja nicht so.“

 

Doch es geschieht in allen Milieus und es geschieht in allen gesellschaftlichen Bereichen. Auch in den Kirchen. Nicht mehr als woanders, aber auch nicht weniger. Auch wo christliche Nächstenliebe drauf steht, kann sexuelle Gewalt drin sein. Von Männern. Gegen Kinder. Gegen Frauen. Das war schon in biblischen Zeiten so. In der Bibel stehen ein paar ganz üble Vergewaltigungsgeschichten.

Sexuelle Gewalt ist männlich. Ja, es gibt auch solche Gewalt durch Frauen. Frauen sind ja nicht per se die besseren Menschen. Aber sexuelle Gewalt durch Frauen ist immer ein individuelles Problem. Diese eine Frau ist dann leider so.
Bei Männern ist das aber ist strukturell. Die Bereitschaft zur Gewalt ist tief in uns Männern verankert. Und sie ist, wie eine betroffene Frau schreibt, der Stoff, aus dem unsere Gesellschaft gewebt ist.

 

Ich bin kein Weinstein. Schon richtig. Aber das greift zu kurz. Denn ich bin ein Mann. Und gerade deshalb muss ich gemeinsam mit den Frauen dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden; wo nötig auch verschärft. Auch wir Männer müssen die üblen Fouls bestrafen. Und die versteckten Fouls öffentlich machen. Nicht, weil wir so wunderbare Gutmenschen wären, sondern weil wir wissen, dass wir das nicht sind.

Fangen wir doch damit an, zuzuhören, wenn Frauen erzählen: Me too – Mir ist das auch passiert.