Remigration
„Meine Damen und Herren, das Wort Remigration ist nichts anderes als ein Synonym für ethnische Säuberung nach Herkunft und Hautfarbe“. So Bundeskanzler Friedrich Merz vor wenigen Tagen im Deutschen Bundestag in Richtung AfD. Die hat den Kanzler nun wegen „verleumderischer Beleidigung“ angezeigt.
„Ethnische Säuberung“, so steht‘s im Lexikon, „bezeichnet das Entfernen einer ethnischen Gruppe aus einem bestimmten Territorium. Dies erfolgt zumeist durch gewaltsame Vertreibung, Umsiedlung, Deportation oder Mord.“
Die Äußerung des Kanzlers war schon grob. Zurecht.
Herr Siegmund, der AfD-Wahlsieger von Sachsen-Anhalt, lehnt die Produktion von Rüstungsgütern in seinem Bundesland nicht ab, weil, Zitat: „… wir bei (einer) späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen”. Kriegswaffen gegen Migranten. Das ist zumindest nah dran an der ethnischen Säuberung. Dazu passt, dass in der AfD immer öfter unterschieden wird zwischen Deutschen und Passdeutschen. Auch Frau Weidel und Herr Chrupalla tun das. Ich frage mich, wie viel Prozent Migrationshintergrund braucht es, um aus einem Deutschen einen Passdeutschen zu machen? Sind die 50 Prozent Migrationshintergrund meiner Enkelkinder schon zu viel, um Deutsche zu sein? Und wenn ja, was folgt daraus? Nichts, ist die offizielle AfD-Linie. Wozu dann diese Unterscheidung? Im medialen Umfeld der AfD wird längst schon unverhohlen über Abschiebung auch für „Passdeutsche“ schwadroniert.
Das Thema Migration hat viele Aspekte; auch problematische. Keine Frage. Es geht nicht darum, die Probleme zu ignorieren. Es braucht Lösungen. Das Konzept der Remigration allerdings ist ohne Wenn und Aber rassistisch.
Konflikte zwischen ethnischen Gruppen, sozialen und kulturellen Milieus, gab es übrigens schon in den frühesten christlichen Gemeinden. Der Apostel Paulus, ethnischer Jude, römischer Bürger (war das dann ein Pass-Römer?), schreibt den Christen hinter die Ohren, vor allem aber in die Herzen: Für uns spielt es keine Rolle mehr, ob jemand Jude ist oder zu den nichtjüdischen Völkern gehört, ob er Knecht ist oder Herr, Mann oder Frau – wir sind alle eins in Christus.
Woran Christen denken sollten. Auch wenn sie in der Wahlkabine stehen.
Hier der Link zur ARD-Mediathek: https://www.ardmediathek.de/video/aus-christlicher-sicht/aus-christlicher-sicht-17-09-2026/sr/Y3JpZDovL3NyLW9ubGluZS5kZS9BQ1NfMTc0MDk5