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Liebe willkommen

„Sag mal, würdest du auch …?“ Dann kommt nichts mehr.

Die Frau schaut ihre Partnerin an. „Frag du lieber. Ich weiß gar nicht, wie ich das fragen soll.“ Die andere schüttelt den Kopf: „Ich auch nicht.“

Ich ahne langsam, worum es geht. „Seid ihr ein Paar?“ – „Ja!“ – „Und ihr wollt fragen, ob ich euch trauen würde?“ – „Ja!“ – „Nichts lieber als das! Ich hab schon die ganze Zeit auf euch gewartet.“

Da hebt eine der beiden begeistert die Hand zum High Five. Und ruft ihrem Chorleiter zu: „Chef! Nächstes Jahr sind wir wieder hier!“

 

Diese Szene habe ich nach einer Trauung erlebt. Ein großer Chor hatte gesungen, der Gottesdienst war so bewegend, dass mir mehr als einmal die Tränen kamen. Danach: Sektempfang, buntes Treiben, beste Stimmung. Und mittendrin diese beiden Frauen.

Eine von ihnen singt im Chor. Beide hatten offenbar allen Mut zusammengenommen, um mich zu fragen.

 

Das hat mich berührt. Und gleichzeitig erschüttert. Denn warum war diese einfache Frage für sie so schwer? Wie viel Ablehnung haben sie als Paar wohl schon erlebt?

Ich bin dankbar, wenn ein Gottesdienst ein Ort sein kann, an dem Menschen spüren: Hier darf ich sein, wie ich bin. Hier ist meine Liebe willkommen.

Deshalb freue ich mich schon jetzt auf meine erste Trauung mit einem queeren Paar. „Chef! Nächstes Jahr sind wir wieder hier!“ – Diese leuchtenden Augen werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.