Lebenselixier
Bahn um Bahn ziehe ich durch das Wasser des Hallenbades.
Arme, Beine, Atmung – alles findet seinen Rhythmus. Manchmal zähle ich die Bahnen, manchmal werfe ich einen Blick auf die große Uhr über dem Becken und rechne aus, wie lange ich für meine Strecke brauche.
Doch meistens geschieht etwas anderes: Mein Kopf wird still.
Alles, was mich vorher beschäftigt hat, verliert an Gewicht. Sorgen, Termine, offene Fragen – sie bleiben draußen oder lösen sich im Wasser einfach auf. Mit jedem Zug spüre ich meinen Körper deutlicher. Meine Muskeln arbeiten, mein Atem ist gleichmäßig, das Wasser trägt mich.
Dieses Gefühl beginnt für mich schon an der Eingangstür des Hallenbads. Der vertraute Geruch nach Chlor steigt mir in die Nase. Für manche mag das eher unangenehm sein – für mich fühlt es sich fast wie Heimkommen an.
Schon als Kind war Wasser mein Element. Stundenlang konnte ich schwimmen, tauchen, spielen. Später kam der Schwimmverein dazu, mit regelmäßigem Training und festen Zeiten.
Bis heute ist Schwimmen für mich weit mehr als Sport. Es ist ein Ort der Ruhe. Ein Raum, in dem ich bei mir selbst ankomme. Ein Lebenselixier. Ein Ort, an dem Körper und Seele in Einklang kommen.
Bahn um Bahn. Zug um Zug.