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Der Glücksbringer auf zwei Rädern

Schwarze Kluft, Ruß im Gesicht und gute Laune: Wenn im Saarbrücker Stadtteil Burbach der Schornsteinfeger kommt, zaubert das den meisten Menschen sofort ein Lächeln ins Gesicht. Ein echter Glücksbringer eben.

Doch wer genau hinschaut, sieht in den Burbacher Straßen in letzter Zeit ein ganz besonderes Bild: Statt im Diesel-Transporter rollt der Glücksbringer auf einem Elektro-Lastenrad vor.

Während manche beim Blick auf die Saarbrücker Baustellen Schnappatmung bekommen und verzweifelt im Viertel kreisen, um einen Parkplatz zu finden, pedaliert unser Glücksbringer tiefenentspannt an den Autoschlangen vorbei.

Keine nervige Parkplatzsuche in den engen Straßen, kein Stau und vor allem: keine Abgase. Seine Rußbesen, Messgeräte und Werkzeuge passen perfekt in die Kiste vorne am Zweirad. Ein Schornsteinfeger, der nicht nur für sichere Heizungen sorgt, sondern aktiv das Klima schützt.

Für mich ist das mehr als nur eine pfiffige Idee gegen den Stress im Saarbrücker Stadtverkehr. Es ist ein wunderbares Bild für das, was im christlichen Glauben „Bewahrung der Schöpfung“ heißt.

Wie oft denke ich: Die großen Krisen unserer Zeit, die sind viel zu riesig. Ich starre auf die ständigen Hiobsbotschaften des Klimawandels wie das Kaninchen auf die Schlange. Hoffe auf eine große politische Lösung, am besten gleich weltweit. Ich selbst fühle mich viel zu ohnmächtig, um überhaupt etwas zu bewegen.

Aber dieser Schornsteinfeger, der zeigt mit jedem Pedaltritt das Gegenteil: Die Bewahrung der Erde beginnt nicht im Weltklimarat. Sie beginnt vor der eigenen Haustür. Sie beginnt da, wo jemand im Alltag kreative, kleine Schritte wagt – wie dieser Schornsteinfegerbetrieb.

Traditionell bringen Schornsteinfeger Glück, weil sie früher Häuser vor Bränden bewahrt haben. Heute schützen sie auf dem Lastenrad ein Stück weit das „Glück“ unserer Erde.

Gott hat den Menschen diese Welt nicht zum Ausbeuten anvertraut, sondern zum Behüten und Pflegen. Und jeder noch so kleine Schritt – ob der Weg zum Bäcker zu Fuß, der regionale Einkauf oder eben das Lastenrad – ist eine Liebeserklärung an diese Schöpfung.

Niemand muss die Welt an einem einzigen Tag und alleine retten. Aber jede und jeder kann heute damit anfangen, sie ein kleines Stückchen besser zu hinterlassen.