Gedankenkarussell
„Das kann gar nicht klappen!“ – das hat mir neulich ein Freund gesagt. Und ich habe sofort gemerkt, wie der Ärger in mir hochstieg. Mein erster Gedanke war: Der schaut immer nur auf die Probleme. Immer auf das, was schiefgehen könnte, anstatt mal nach Lösungen zu suchen.
Aber wenn ich ganz ehrlich bin: Ich kenne das von mir selbst auch. Manchmal drehen sich die Gedanken im Kreis – wie in einem Karussell. Die Sorgen werden immer größer. Und plötzlich sind die Lösungen komplett weg. Als würde ich in einem engen Tunnel stehen, in dem es nur noch vor oder zurück geht.
Dabei stimmt das ja gar nicht.
In solchen Momenten fallen mir Sätze aus der Bibel ein. Da heißt es immer wieder: Macht euch keine Sorgen. Vertraut auf Gott und dankt ihm für alles Gute in eurem Leben.
Das klingt im ersten Moment furchtbar einfach. Fast schon ein bisschen naiv.
Aber ich glaube, es geht gar nicht darum, die Probleme einfach wegzudrücken. Es geht darum, den Blick wieder zu weiten.
Denn wenn ich bete, dann nehme ich meine Sorgen zwar ernst – aber ich erlaube ihnen nicht mehr, die absolute Macht über meine Gedanken zu haben.
Und dann ist da noch die Sache mit dem Danken. Ich frage mich dann nämlich bewusst: Was läuft eigentlich trotzdem gut? Was habe ich schon alles geschafft? Und wer steht an meiner Seite und hilft mir?
Dafür muss ich meine Gedanken aktiv in eine ganz andere Richtung lenken.
Das ist meine Chance auf Befreiung aus dem Gedankenkarussell: In dem Moment, in dem ich den Mut habe, den Tunnelblick zu verlassen – sehe ich wieder, wie weit und reich mein Leben eigentlich ist.