Unendlichkeit
Wissen Sie eigentlich noch, wie Unendlichkeit schmeckt? Ich hatte es auch schon fast vergessen. Vor lauter Alltag. Vor lauter Stress. Wegen all der kleinen Probleme, die mir nachts den Schlaf rauben und mich tagsüber Kraft kosten.
Und dann war er plötzlich wieder da. Dieser Geschmack auf der Zunge. Das Gefühl im Bauch. Als würde all das keine Rolle mehr spielen. Ich hab‘ mit Freunden um ein Lagerfeuer gesessen, Sterne angeguckt und erzählt. Irgendwer hat irgendwann eine Gitarre rausgeholt und wir haben voller Begeisterung, viel zu laut und völlig schief zusammen Lieder gesungen. Und der ganze Alltagsstress, all die kleinen Probleme, all das hat für den Moment einfach keine Rolle mehr gespielt.
Leider auch wirklich nur für diesen Moment. Die Sorgen waren ja nicht einfach weg. Aber für diese Nacht am Lagerfeuer, da hat das Leben wirklich nach Unendlichkeit geschmeckt. Aber auch wenn das Leben nicht nur aus diesen Momenten bestehen kann, will ich doch versuchen, mir diesen Geschmack zu merken. Mich daran festzuhalten, wenn mich der Alltag wieder überrollt. Der Geschmack von Unendlichkeit. Wissen Sie eigentlich noch, wie der schmeckt?