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Zwischenzeit

Neulich sitze ich in meinem Auto vor der Haustür. Der Motor ist aus. Und eigentlich alles klar: aussteigen, reingehen, weitermachen. Kochen, putzen, was halt alles so anfällt. Aber: Ich steige nicht aus. Ich bleibe einfach sitzen. Und plötzlich ist da… Stille. Keine Nachricht. Kein Gespräch. Kein „Du müsstest noch…“. Nur Ruhe.

Früher hätte ich mich gefragt, ob alles in Ordnung mit mir ist. Normalerweise ist das ja kein gutes Zeichen, einfach im stillen Auto vor der Haustür zu sitzen. Heute merke ich: Genau das brauch ich. Zumindest ab und zu. Diese Zwischenzeit, zwischen zwei Terminen. Zwischen all dem, was erledigt werden will. Zwischen „gerade noch“ und „gleich schon wieder“. Eine kleine Zwischenzeit zum Durchschnaufen. Für mich. Damit ich wieder bei mir selbst ankommen kann. Ein paar Sekunden, in denen ich einfach da bin. Ohne etwas zu leisten, ohne etwas zu sagen, ohne etwas zu tun.

Ja, vielleicht sieht das von außen ein bisschen seltsam aus. Jemand, der einfach im Auto sitzt und nichts tut. Aber ganz ehrlich? Ich brauche diese Zwischenzeit. Zum Atem holen. Zum Ankommen. Um zu merken, dass ich nicht nur funktionieren muss – sondern einfach auch mal sein darf.