Drogeriemarkt
Neulich komme ich in den Supermarkt. Die Schlange an der Kasse ist ziemlich lang. Und irgendwas ist gerade los. Eine Mutter mit Kind, offensichtlich sind beide schon etwas genervt. Das Kind quengelt. Sie schimpft: „Wie kann man nur so unfähig sein! Warum soll ich gehen und diese Karotten da abwiegen! Sie müssen das tun!“
Die Kassiererin versucht höflich zu erklären. Aber das beruhigt die Kundin überhaupt nicht. Sie schimpft und schimpft und lässt ihren ganzen Frust an der Mitarbeiterin aus. Der kommen die Tränen. Das bemerkt dann auch endlich die Kundin. Sie ist jetzt doch erschrocken und entschuldigt sich. Die Frau an der Kasse arbeitet schluchzend weiter. Schließlich springt ihr eine Kollegin bei.
Ich war als Beobachter des Ganzen sehr erschrocken: Wie gehen wir manchmal miteinander um! Sicher, Stress bringt einen schon mal an seine Grenzen. Das kenne ich auch von mir. Aber ist das ein Grund, so zu pöbeln, so respektlos zu sein?
Ich erschrecke immer häufiger, wenn bestimmte Politiker es zur Tugend machen, dass der gewinnt, der die größte Respektlosigkeit an den Tag legt. Bei dem Vorfall an der Kasse wurde mir deutlich: es beginnt in unserem Alltag. Mit solchen Pöbeleien.
Als ich endlich dran bin an der Kasse, hat sie sich wieder gefasst und bedient mich freundlich.