Zugangsdaten
Für alles brauche ich heutzutage Zugangsdaten. Für meinen Computer, für das Online-Banking, für den Einkauf im Internet – überall Zugangsdaten. Wenn ich die vergesse, sperre ich mich selbst aus. Dann gibt es kein Geld. Einkäufe sind nicht mehr möglich und mit dem Computer kann ich dann nicht arbeiten.
Zugangsdaten sind nichts Neues. Schon immer haben Menschen Dinge, die ihnen wichtig und heilig sind damit gesichert. Und weil Menschen so ticken, glauben einige auch, dass man für Gott Zugangsdaten benötigt: das richtige Gebet, die Einhaltung heiliger Regeln, bestimmte Rituale, Zauberformeln – die Liste ist lang. Aber wenn es so viele verschiedene Zugangsdaten zu Gott gibt, wer kann sich die denn merken und vor allem: Welche sind wann die richtigen? Der Apostel Paulus hat das Problem erkannt und in einem seiner Briefe das Masterpasswort aufgeschrieben. Paulus schreibt: Durch den Glauben hat Jesus Christus uns den Zugang zur Gnade Gottes ermöglicht. Das ganze Weltbild mit seinen verschiedenen Zugangsdaten wird auf den Kopf gestellt. Gott versteckt sich nicht hinter ausgeklügelten Passwörtern mit Sonderzeichen, Zahlen, großen und kleinen Buchstaben. Stattdessen schließt Gott die Tür von innen auf und lässt sie offen stehen.
In genau einem halben Jahr feiern wir wieder Weihnachten. Das Fest, bei dem Gott uns Zugang zu Gott geschaffen hat, indem er selbst ein Mensch wurde. Wenn Menschen also zu Gott kommen wollen, müssen sie nichts Besonderes tun. Das ist das wunderbare am christlichen Glauben. Der Weg zu Gott führt von der Geburt durch eine Frau über Liebe und Leid und endet im Tod noch lange nicht. So hat Jesus, der Sohn Gottes es vorgelebt. Er hatte Zugang zu Gott, indem er als Kind Gottes lebte und mit anderen dieses Leben teilte. Wenn Menschen Zugang zu Gott suchen, dann finden sie ihn direkt an ihrer Seite, als den Menschen Jesus.
Ich sehe Gott, wie er als Elternteil am Krankenbett eines Kindes sitzt und mit diesem Kind lacht, als es wieder gesund geworden ist. Ich sehe Gott in dem Menschen, den die Wut packt über alles Unrecht der Welt , und wie er anfängt etwas dagegen zu tun. So kommt Gott zu mir, nicht erst in einem halben Jahr, sondern in jedem Moment meines Lebens. Gott versteckt sich nicht. Gott macht mir die Tür auf und lädt mich ein zum Leben, zum Leben mit ihm.