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Zocken mit Talenten

Zocken an der Börse hat was. Es locken sensationelle Gewinne und unerwarteter Reichtum. Gleichzeitig kanns aber auch in die andere Richtung gehen. Ein Absturz kann einen ruinieren und im schlimmsten Fall zu einem Crash der Gesellschaft führen. Aber das ist kein Grund, mit dem Zocken aufzuhören. Schon gar nicht, weil das zutiefst biblisch ist. Dort, in der Bibel, wird in einer Jesus-Geschichte ein paar Knechten von ihrem Herrn Geld anvertraut. In einer originellen Währung von damals: in Talenten. Als der Herr nach ein paar Jahren zurückkommt, wird abgerechnet. Ein bisschen Profit haben sie alle erarbeitet, bloß einer nicht. Der hat seine Talente vergraben, ohne Risiko, aber auch ohne, dass er etwas daraus gemacht hat. Prompt erhält er die Rechnung für sein defensives Anlageverhalten: er wird vom Herrn verdammt.

Einen Unterschied zu heute gibt es allerdings. Vermutlich werden zukünftige Generationen uns mal Fragen zu unserer Art zu wirtschaften stellen. Die beginnen dann mit Worten wie: „Hättet ihr mal…“ oder „Wie konntet ihr…“ Dabei sind die Talente in der Geschichte eigentlich Geld, eine Währung. Heute wären es wohl eher Talente in unserem Sinn, also persönlichen Fähigkeiten. Talente im modernen Sinn. Das, was wir aus unserem Leben machen. Und da, so seine Meinung, sollten wir das Letzte herausholen aus unseren Möglichkeiten und das Letzte rausholen aus den Talenten, die uns von Gott geschenkt sind. Das klingt schon nachhaltiger. Aber gerade in diesen Zeiten unendlich viel schwerer. Eben Leute, die etwas machen aus ihren von Gott geschenkten Talenten.