Walnuss
Oktoberzeit ist Erntezeit: Die Kirchengemeinden haben Erntedank gefeiert.
Wenn ich „Oktober“ oder „Ernte“ höre, fällt mir die Walnuss ein. Zwar keine Frucht, ich weiß. Aber sie gehörte immer dazu, wenn Erntedankgaben in den Kirchen standen. Manchmal körbeweise. Nach dem Gottesdienst war dann die Frage, wohin damit. Viele wollten sie gar nicht haben. Es ist eben nicht immer ein Vergnügen, sich stundenlang hinzusetzen und zu knacken, zu knacken, zu knacken … Dabei ist der Geschmack sehr besonders: einmal beim frischen Kern ohne Haut, dann aber auch wieder der sehr herbe Geschmack beim ganz reifen Kern.
Beim Knacken geht mir immer die Redewendung durch den Kopf: „Das ist aber eine harte Nuss!“ Soll heißen: da gibt es ein wirklich dickes Problem, das sehr schwer zu lösen ist. Wie gehe ich da vor? Wie mit einem Nussknacker? Beim Nüsseknacken die richtige Wahl. Aber bei großen Problemen? Da ist eher Geduld angesagt, vorsichtiges Handeln und Abwägen; verschiedene Möglichkeiten müssen bedacht werden. Und dann kann gemeinsam und in Absprache mit anderen die Problemschale geknackt werden und die Lösung liegt wie eine Nuss vor Augen.
Aber ich genieße es auch, beim Walnussknacken das „Problem“ einfach nur mit Kraft zu lösen. Tut gut! Probieren Sie es doch mal!