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Vorurteile

Elf Millionen Bits verarbeitet unser Gehirn in der Sekunde. Aber nur 40 bis 50 davon sind uns bewusst. Wenn wir müde werden, sind es sogar noch weniger. Und dann entstehen Vorurteile. Sozusagen als Notmaßnahme unseres Gehirns. Daher überrascht das Ergebnis einer Studie in Österreich nicht besonders. 1500 Bewerbungen an Firmen aller Art haben die Forscher geschrieben. Unter verschiedenen Namen.

Bei Sandra Bauer reagierten fast 20 Prozent positiv, auf Meryem Öztürk nur noch gut 13 Prozent. Und als sie auf dem Bild ein Kopftuch getragen hat, haben sie nur noch 4,2 Prozent der Firmen zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Und das bei identischen Zeugnissen und Qualifikationen. Auch, wenn es psychologisch begründbar ist – Vorurteile sind das Letzte, was eine aufgeklärte Gesellschaft braucht.

Wusste schon Jesus, und der war kein Psychologe. Er hat die Not der Vor-Verurteilten erlebt. Den stinkenden, ansteckenden Aussätzigen, den nutzlosen Krüppeln oder den raffgierigen Zöllnern. So, die gängigen Vorurteile seiner Zeit. Jesu Blick auf Menschen war anders. So, als wären sie ein besonderes Geschenk Gottes an diese Welt. Und zwar jeder und jede von ihnen. Eine zweite Chance für ihr Leben hat er ihnen zeigen wollen. Nicht nur andere Menschen hat er aus ihnen machen wollen, sondern auch den anderen einen neuen Blick auf sie zeigen. Wer frei ist von Schuld, werfe den ersten Stein. Bei der geplanten Steinigung der Ehebrecherin hat er mit diesem Spruch nicht nur das Leben der Frau gerettet, sondern auch viele Vorurteile der Leute drum rum entlarvt. Am Ende rettet er Menschen vor Vorurteilen – und setzt Standards bis heute.