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„Umweltsau und Umweltsünder /in“

Es ist zur  Zeit einer der Aufreger im Netz: In einem online-Video von des Radiosenders WDR 2 singt ein Kinderchor auf die Melodie von „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ einen neuen Text. Von einer Oma, die Kreuzfahrtreisen macht, einen SUV fährt und im Discounter billiges Fleisch kauft. Enden die Strophen im Original mit den Worten „meine Oma ist ne ganz patente Frau“ heißt es in der Neuversion: „Meine Oma ist ne alte Umweltsau!“

Ich selbst bin eine glückliche Oma. Emma, meine Enkelin, ist sieben und weiß längst, dass es Schimpfwörter gibt. Wörter, die andere Menschen verletzen oder beleidigen. Das Wort „Sau“ gehört dazu. Das Wort ist korrekt, wenn man ein weibliches Schwein meint. Aber das sagt man natürlich nicht zu einer Oma – „Umweltsau“ und „Oma“ – nein, das passt für Emma nicht zusammen.

Emma wird mit der Zeit auch lernen, dass Sprache etwas sehr Komplexes ist. So wird sie eines Tages verstehen, dass Sprache ironisch oder als Satire daher kommt. Sicherlich kann man unterschiedlicher Meinung sein, was gute oder schlechte Satire ist. Darüber sollte man sich auch austauschen und reden. Respektvoll. Aber klar in der Sache. Dabei muss Sprache nicht in Gewalt umschlagen. Diese Grenze haben leider einige Menschen überschritten, als sie auf das WDR-Video voller Hass und mit Mordandrohungen reagierten.

Ich wünsche mir, dass Emma und ich über das wichtige Thema, das hinter dem besagten Lied steckt, miteinander reden. Aus der Umweltsau werde ich dabei eine „Umweltsünderin oder einen Umweltsünder machen. Dieses Wort finden wir im Duden erklärt: „Ein Umweltsünder ist jemand, der absichtlich die Umwelt verschmutzt, den Umweltschutz bewusst missachtet.“ Und mit dem Begriff „Sünde“ wird es religiös eindeutig: Sünde ist das Verhalten und Handeln, was uns von dem trennt, was Gott von uns erwartet: Zum Beispiel: Achtsam und respektvoll mit seiner guten Schöpfung umzugehen.

Aber Sünde impliziert auch: Wenn ich mein falsches Verhalten erkenne und ändere, kann ich es mit Gottes Hilfe besser machen. Das brauchen wir dringend. Deshalb sollten wir Großeltern ganz bewusst die Kinder und Enkelkinder fragen: Was meinst Du? Was kann ich, was können wir ganz konkret gegen die Zerstörung unserer Erde tun?