Überzeugen
Was überzeugt mich heute eigentlich noch? Ich meine so richtig? Von was würde ich sagen: Das hat mich wirklich überzeugt – oder er/sie hat mich wirklich überzeugt? Überzeugen ist dabei etwas anderes als überreden. Oft versucht man uns heute einfach zu überreden, durch vieles Reden förmlich platt zu machen, in der Werbung, in der Politik, auf Instagram, ja, sogar manchmal in der Kirche. Die Werbestrategen denken, wenn sie etwas nur oft genug sagen, dann werden wir es irgendwann glauben, wohl oder übel. Und wenn nicht aus Überzeugung, dann doch wenigstens, um in Ruhe gelassen zu werden. Und ich befürchte, sie haben damit recht.
Doch Überzeugung ist etwas anderes, hat etwas mit innerer Gewissheit zu tun.
In seinem Brief an die Gemeinde in Rom schreibt Paulus von seiner Überzeugung. Paulus: Ein Mensch, der schon viel mitgemacht hat, der schon viel Leiden erlebt hat. Ein Mensch, der Verfolgung und Folter am eigenen Leib erfahren hat. Er ist überzeugt, „dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“ Ein starkes Stück.
Aber was hat ihn eigentlich davon überzeugt? Was hat ihm die innere Gewissheit gegeben, so etwas zu sagen? Es waren nicht viele Worte, die ihn überzeugt oder überredet haben, sondern es war ein einzelner Mensch, ein Mensch, den er persönlich gar nicht gekannt hat; ein Mensch, der auch schon einige Jahre tot war; ein Mensch durch dessen Tod und Auferstehung Paulus jedoch Gottes Liebe, Gnade und Gottes Gerechtigkeit direkt erfahren hat.
Ich brauche heute auch solche Erlebnisse, Erfahrungen und Begegnungen – vielleicht sogar nur mit einzelnen Menschen, die mich überzeugen, gewiss machen, dass Gottes Plan weiter geht, als ich mir vorstellen kann. Vielleicht nicht mit vielen Worten – aber mit viel Heiligem Geist.