Bei uns in Deutschland haben Walnüsse ja zur Zeit Hochsaison. Die einen nutzen sie als Deko und die
anderen essen sie. Aber dazu müssen sie die Nüsse natürlich erst mal knacken. Ohne das entsprechende
Werkzeug – also einen Nussknacker oder Hammer - geht da allerdings nicht viel, denn die Schale ist
schon ziemlich hart. Der weiche, leckere Kern ist dann sozusagen die Belohnung fürs Knacken.
So ähnlich wie bei der Walnuss ist es auch bei vielen Menschen. Sie streben nach äußerer Schönheit und
zeigen gerne ihre harte Schale. Ganz nach dem Motto: Schaut her, ich bin hübsch, ich bin tough, ich
habe alles im Griff. Unmöglich, zu erkennen, was sich hinter dieser Schale verbirgt. Kein Wunder also,
dass der erste Eindruck einer Person immer wichtiger wird. Wissenschaftler sagen, es dauert nur eine
Zehntelsekunde, bis wir uns eine Meinung über jemanden gebildet haben.
Dabei wissen wir doch im Grunde: Es kommt es gar nicht darauf an, wie einer aussieht. Das, was eine
Person wirklich ausmacht liegt hinter der Schale: Das Herz einer Person, das, was wir als Charakter
bezeichnen. Um den zu erkennen, braucht es aber mehr als einen ersten Eindruck. Es braucht Zeit und
Vertrauen und auch die Bereitschaft des anderen, mich hinter seine Schale blicken zu lassen.
„Der Mensch sieht was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an.“ So steht es im Alten Testament.
Natürlich: Ich als Mensch kann nicht wie Gott direkt aufs Herz eines Menschen schauen. Aber: Auch als
Mensch kann ich wissen, dass jeder Mensch hinter seiner Schale noch ein Herz hat. Und das allein sollte
doch Grund genug sein, dieses Herz auch zu suchen und mich nicht von der Schale blenden zu lassen.
Oder was meinen Sie?