Stinkfüße
Füße können eine ganz schön stinkige Angelegenheit sein. So, wie bei Ludwig dem XIV., genannt „Der Sonnenkönig“. Wenn die Sonne schien, dann fingen seine Füße besonders an zu schwitzen. Der Geruch muss unerträglich gewesen sein. Selbst seine sonst so dienstbreiten Höflinge haben sich angeekelt weggedreht.
Wobei: stinkige Füße ziehen sich durch die Menschheitsgeschichte. Gerade in Zeiten ohne Kanalisation landete manch Ekliges auf der Straße. Wohl dem Menschen mit eigenen Stiefeln. Aber das waren nicht viele. Die Masse musste barfuß durch den stinkenden Siff der Straßen laufen. Füßewaschen galt deshalb als widerlich, vielleicht die widerlichste Arbeit überhaupt. Da kommt es einer Sensation gleich, wenn Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht. Die wehren sich erst, das kann ja nicht sein. Der Meister muss doch nicht so was machen. Aber Jesus besteht darauf. Er ist sich für nichts zu schade. Selbst dafür nicht. Die Jünger verstehen die Botschaft. Sollen es später auch so machen. Bei Füßen, aber auch sonst. Für nichts zu schade. Nicht wegdrehen wie die Höflinge beim Sonnenkönig, sondern helfen ohne Wenn und Aber. Ein neuer Style, christlich und zutiefst menschlich.