Spuren im Sand
Wer schon mal an der Nordsee war, kennt das Spiel der Gezeiten. Das Meer wandert. Entweder weit zurück oder ganz nah ans Ufer. Alle zwölf Stunden beginnt der Kreislauf aufs Neue. Jeden Tag offenbart die See einen kilometerlangen Strand und verschlingt ihn wieder.
Mich fasziniert das Meer. Seine Tiefe, Weite und vor allem Unberechenbarkeit. An manchen Tagen ist es stürmisch, an anderen ganz still und doch ist alles ständig in Bewegung.
Bei Ebbe füllt sich der Strand mit Menschen und Tieren. Sie alle hinterlassen Spuren im Sand: Fuß- oder Pfotenabdrücke, Sandburgen, gekritzelte Namen. Das Meer zeichnet ebenfalls Spuren, ob durch Wellen oder Muscheln. Jede Spur ist einzigartig. Jede nur von kurzer Dauer.
Bei einem Ausflug hinterlasse auch ich meine Spuren im Sand. Am nächsten Tag sind sie verschwunden. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen sonnigen Nachmittag an der Nordsee.
Alles, was Gott erschaffen hat, ist vergänglich. Jesus dagegen ist unvergänglich. Diesen Unterschied betont der Hebräerbrief in der Bibel. Da heißt es: „Du, Herr, hast im Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind Werke deiner Hände; sie werden untergehen, du aber bleibst. (Hebr 1,10-11 ELB)“
Für mich ist Jesus damit so etwas wie ein Anker auf dem Meer des Lebens. Egal, wie stürmisch es auch zugehen mag, auf Gott und seinen Sohn ist immer Verlass. Auch dann, wenn unsere Spuren im Sand schon längst Geschichte sind.