Seenotretter
Stell dir vor, du fällst im Schwimmbad ins tiefe Wasser und kannst nicht mehr schwimmen. Was hoffst du? Genau: Dass sofort jemand kommt, dir die Hand reicht und dich rauszieht. Ohne Fragen zu stellen.
Heute ist der „Tag der Seenotretter“. Das sind Menschen, die mit ihren Booten rausfahren, um andere vor dem Ertrinken zu retten. Egal, ob auf einem See bei uns im Saarland oder auf dem riesigen Mittelmeer. Sie fragen nicht erst, warum jemand in Not geraten ist. Sie fragen nicht, wer schuld ist oder ob die Person Geld hat. Sie helfen einfach. Weil ein Menschenleben das Wichtigste ist.
Vor ein paar Jahren gab es dazu eine große Aktion auf dem Ludwigsplatz in Saarbrücken. Jugendliche haben tausende kleine Papierschiffchen gefaltet und dort auf den Boden gestellt. Das sah aus wie ein riesiges weißes Papier-Meer. Jedes Schiffchen stand für einen Menschen, der auf der Flucht nach Europa im Meer ertrunken ist, weil eben kein Retter da war.
Ich habe ein Papierschiffchen von damals auf meinem Schreibtisch stehen. Es erinnert mich jeden Tag an etwas, das eigentlich ganz selbstverständlich sein sollte: Menschen in Not zu helfen, muss man nicht erst groß begründen. Man tut es einfach.