Seelsorge im Notfall
„Wir machen uns auf den Weg, um zu helfen“ – das hat mir ein Paar geschrieben, das ich schon lange aus der Notfallseelsorge kenne. Am ersten Samstag nach der Flutkatastrophe sind sie losgefahren sie, um sich in der Eifel zum Einsatz zu melden.
Einsatzkräfte müssen voneinander wissen und sich darauf verlassen, dass jeder Bereich seine Arbeit und Kompetenz einbringt. Z. B.: THW, medizinische Dienste, Polizei, Bundeswehr … alles muss gut organisiert werden, damit die Unterstützung auch bei den Menschen effektiv ankommen kann.
Einsatzkräfte werden auf den Katastrophenfall vorbereitet. Auch darauf, dass sie selbst ihre Gesundheit und Leben riskieren, um andere zu retten. Und dass der Einsatz unter die Haut gehen kann. Sie werden mit Tod und Verletzung, mit der Verzweiflung und Leid von Menschen konfrontiert. In diesen schmerzlichen Erfahrungen steht auch Notfallseelsorge den Betroffenen bei.
Im Einsatz werden eigene Eindrücke und Gefühle zur Seite gestellt, um die Arbeit tun zu können. Aber das bewegende und berührende Schicksal der Mitmenschen, das sie als Einsatzkraft kennengelernt haben, das nehmen sie oft mit nach Hause.
Deshalb ist längst allen bewusst, dass zu solchen Einsätzen auch die eigene Nachsorge und Unterstützung bei der Verarbeitung brauchen. Dazu gehört das Reden über Eindrücke und Gefühle mit Kolleginnen und Kollegen, Supervision, um bestimmte Situationen zu klären und auch das Kümmern um sich selbst.
Von dem Notfallseelsorge-Paar weiß ich, dass sie sich in ihren Einsätzen auch von Gott begleitet und gehalten fühlen: Wie es im Psalm 23 heißt: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ So hoffe ich, dass sie und alle anderen diesen Einsatz gut bestehen