Düster und dunkel sind die kurzen Wintertage. Diese Zeit
ist nicht gerade meine Lieblingsjahreszeit. Mir fehlt die
Sonne. Am liebsten würde ich kurzerhand in warme
Gefilde auswandern.
Klar: Es kann nicht immer Sommer sein. Und auch diese
kurzen und ungemütlichen Tage sind als Teil eines großen
Ganzen für etwas gut. Aber trotzdem ist meine Stimmung
im Keller. Ich bin schnell gereizt, habe öfter trübe
Gedanken und möchte einfach viel mehr schlafen. Kurz
gesagt: Einige meiner unliebsamen Seiten und Schwächen
kommen stärker zum Vorschein.
Im Grunde verhält es sich mit den kurzen Wintertagen
genauso wie mit den weniger attraktiven Seiten des
eigenen Charakters. Sie zu akzeptieren und anzunehmen
ist eine wichtige Voraussetzung für ein zufriedenes Leben.
Genauso wie jeder andere Mensch besitze auch ich meine
Stärken und Schwächen. Alle sind für etwas gut. Auch sie
sind Teil eines großen Ganzen. Nämlich Teil von mir.
Schwäche ist ein Merkmal, mit dem sich der Apostel
Paulus sogar gerne gerühmt hat, denn in Zeiten der
Schwachheit war die Kraft Christi besonders stark bei
ihm. Er fand Trost im Gebet und der Antwort Gottes
darauf: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine
Kraft ist in den Schwachen mächtig (2Kor 12,9).“
Schwach sein bedeutet für Paulus zugleich stark sein. Ein
wirklich tröstender Gedanke, gerade für diese Jahreszeit
voller Schwächen.