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Religion oben ohne

„Religion oben ohne.“ Klingt frech. Aber gemeint ist: Gott da oben im Himmel ist für viele abhandengekommen. Friedrich Nietzsche hat das vor langer Zeit drastisch ausgedrückt: Gott ist tot. Und seitdem läuft die Suche nach was Neuem. Denn soviel scheint klar: der Platz an der Spitze kann nicht frei bleiben.

Nietzsche war konsequent: Wenn Gott wegfällt, dann rückt der Mensch nach. Er soll die neue starke Macht sein. Nur: Wer sich selbst zum Maßstab macht und keine höhere Instanz mehr kennt – wie zum Beispiel diesen ausgemusterten Gott der Liebe – verliert schnell das rechte Maß.

Die Geschichte hat gezeigt, wohin dieser Größenwahn führt. Wenn der Mensch seine eigenen Regeln macht, ohne Rücksicht auf andere, wird es gefährlich. Egal, wie ich es nenne: Woran ich mein Herz ganz und gar hänge, das wird mein Gott. Moderner gesagt: wer mein absolutes Vertrauen verdient. Was ist das für einer? Der auf den Nächsten schaut? Oder einer, der nur die eigene Macht kennt? Bei der Antwort geht es um mehr als ein cooles Outfit, sondern vermutlich um nichts anderes als die Zukunft der Menschheit.