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Prohibition

Manchmal ist das Gegenteil von gut – gut gemeint. Gut gemeint war es auch vor hundert Jahren, als in den USA der Whiskey verboten wurde. Er durfte nicht mehr gebrannt werden, nicht mehr gehandelt und auch nicht mehr in Kneipen ausgeschenkt werden. Die Liga der Antialkoholiker hatte sich durchgesetzt. Weil viele Menschen an ihrer Sucht zugrunde gingen und viele Familien dadurch gleich mit. Die Alkohol-Gegner hatten es wirklich gut gemeint mit diesem Gesetz – und die Regierung hatte ihre Forderungen nun umgesetzt.

Doch gut gemeint ist halt oft das Gegenteil von gut. In den folgenden 13 Jahren ist der Schwarzmarkt für Schnaps aufgeblüht, hat die Mafia ein neues Geschäftsfeld entdeckt und die Whiskeytrinker waren mit einem Mal Kriminelle. Das neue Gesetz war ein Schuss, der nach hinten losgegangen ist.   Nie war Whiskey begehrter in den Staaten als in der Prohibitionszeit. Der Hauch des Verbotenen machte alles nur noch viel spannender. Die Menschen über die Gefahren des Alkohols aufzuklären – das war nicht mehr gefragt. Schließlich war er ja verboten, der Schnaps, und damit auf den ersten Blick das Problem aus der Welt.

Einfach verbieten, das funktioniert meistens nicht. Damit Menschen einen vernünftigen Umgang mit Alkohol hinbekommen, braucht es Einsicht. So funktionieren Konzepte heutzutage bei uns. Angefangen bei Jugendlichen, die das an Vorbildern und eigenen Erfahrungen lernen müssen. Und dann braucht er eine Gesellschaft, die mit Alkohol und den Folgen verantwortlich umgehen muss. Am besten tut sie das mit  Aufklärung, Vorbildfunktion und Überzeugungsarbeit. Aber nicht wie vor hundert Jahren in den USA mit Kriminalisierung. Das ging damals ziemlich schief. Auch, wenn es wirklich gut gemeint war.