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Pinguin

Der kleine Pinguin steht in der Ecke und bewegt sich leicht bei jedem Windhauch. Letzte Woche habe ich ihn zum Geburtstag geschenkt bekommen. Erst dachte ich, es sei ein Luftballon, doch er hat kleine Füße und steht auf der Erde. Ein laufender Ballonpinguin so lautet die korrekte Beschreibung. „Wenn du an ihm vorbeigehst, dann geht er eine kleine Strecke mit dir mit. Er wird sozusagen von deiner Energie mitgerissen“ sagt mir schmunzelnd der Freund, der ihn mir geschenkt hat.

Das hat am Anfang auch ganz gut geklappt, doch seit ein paar Tagen kann er sich nicht mehr aufraffen. Zuerst dachte ich, es läge an meiner Energie, doch heute sehe ich es ganz deutlich: Es liegt an seiner Luft. Denn die wird immer weniger. Mitleidig schaue ich meinen kleinen Freund an. Denn ich kenne das Gefühl nur allzu gut. Das Gefühl, wenn einem die Luft ausgeht. Und meistens kann ich gar nicht sagen, wo sie mir abhandengekommen ist. Zeiten, in denen ich mich kraftlos fühle, vielleicht auch machtlos. Und mich auch nicht von der Energie eines anderen mitreißen lassen möchte.

Und ich frage mich, was mir frische Luft gibt in diesen Zeiten. Was erfüllt mich? Was begeistert mich?

Ein gutes Buch, eine süße Überraschung, ein hitziger Spieleabend mit meiner Familie. Und beim Überlegen merke ich, es ist doch die Energie, die zwischen mir und anderen fließt und wirkt, die mich wieder mitreißen kann. Heiliger Geist eben.

Und so werde schauen, ob ich für meine kleinen Pinguin eine Heliumkartusche bekomme und für mich ein Eis: Haselnuss und Malaga.