Beiträge

Ordnung muss sein!?

Meine Oma hat immer zu mir gesagt: „Junge, halte Ordnung. Denn Ordnung ist das halbe Leben.“
Und in der Tat: Wir Menschen strengen uns teilweise mächtig an, um Ordnung zu halten. Wir
registrieren, teilen ein, schreiben Listen, zählen Punkte, verzeichnen Größen, Mengen, Gewichte.
Und ordnen sie ein. In eine Reihenfolge, eine Rangfolge, eine Liste. Es gibt Listen, da kann man zum
Beispiel nachlesen, welches die Länder mit den höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für Musik sind. Oder die
zehn bekanntesten Steuerflüchtlinge. Oder die 100 größten Hits der 80er und 90er. Oder die größten
Kirchtürme.

Tja, Ordnung ist das halbe Leben. Denn auch ganz Nützliches hat man geordnet und ordentlich
aufgeschrieben: die zehn häufigsten Lottozahlen zum Beispiel. Oder zehn Merkmale eines
Versicherungsbetrügers. Aber: Wenn Ordnung das halbe Leben ist – was ist dann eigentlich die
andere Hälfte? Unabhängig davon, wie man diese Frage beantwortet – feststeht, dass es offenbar
noch eine andere Hälfte gibt. Dass das Leben mehr ist als Ordnung.

Im biblischen Buch der Weisheit wird Gott der Schöpfer dafür gelobt, dass er alles „nach Maß, Zahl
und Gewicht geordnet“ hat. Aus einer großen Unordnung, einem Tohuwabohu hat er eine Ordnung
geschaffen. Gott ordnet also. Nicht weil er ein Ordnungsfanatiker wäre, der Ordnung um der
Einengung, der Vorschrift wegen will. Gott macht keine halben Sachen. Mit seiner Ordnung schafft er
einen sinnvollen Rhythmus des Lebens, ein friedliches Miteinander.

Gottes Ordnung hat das ganze Leben im Blick. Und weil das so ist, können wir Menschen uns auch
auf andere Dinge konzentrieren als Ordnung zu halten. Gott sei Dank!