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O when the saints

Es ist mein Traum, seit ich Sport treibe. Einmal einlaufen bei einer Olympiade. Team Germany. Vorne trägt jemand die Fahne, dahinter alle Topstars, mühsam qualifiziert in langen Wettkämpfen. Und ich dann irgendwie mittendrin in den illustren Reihen.

Rein sportlich hätte ich nie eine Chance. Aber wenn ich mich doch irgendwie reingemogelt hätte. Irgendwo ganz hinten, natürlich unverdient, aber egal. Hauptsache beim Einlauf der Nationen dabei. Dabeisein ist alles. So sagen sie das doch immer bei Olympia. Ein begeistertes Stadion, eine jubelnde Menge. O when the saints go marching in.

Der alte Gospel-Song fällt mir ein. Wenn im Reich Gottes die Heiligen ins himmlische Stadion einziehen, unter dem Jubel der Engel. Am Halleluja-Day, am Tag des großen Jubels. So, wie vor kurzem bei Olympia. Mit verblüffenden Parallelen. Ich mittendrin. Beide Male unverdient. Bei Olympia, weil ich ein grottiger Skifahrer bin. Und im Reich Gottes, weil es viel Heiligere als mich gibt. O when the saints…

Zum Glück sind laut Bibel die Heiligen nicht nur ein paar besonders Fromme, sondern alle Getauften. Anders als bei Olympia keine lange Qualifikation, keine Kontrolle am Eingang. Ausnahmslos alle dabei. Die Heiligen – und weiß Gott sind da jede Menge schräger Vögel dabei. Also auch so Leute wie du und ich. O when the saints go marching in. Ich stell es mir diesen Einmarsch im Reich Gottes ziemlich cool vor. Ein Traum halt – fast so wie bei der Olympiade, und vielleicht sogar noch ein bisschen cooler.