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Nach Hause kommen

Weihnachten ist immer noch das Fest, an dem die meisten Familien zusammenkommen. Man trifft sich
bei den Eltern, Großeltern oder Geschwistern, isst gemütlich zusammen, packt Geschenke aus und
erzählt einfach miteinander. Am Fest der Liebe will man eben alle Lieben um sich haben. So die Theorie.
In der Praxis gibt es statt Besinnung und fröhlicher Stimmung unterm Tannenbaum leider oft andere
Szenen. Wenn viele verschiedene Charaktere an Weihnachten unter einem Dach zusammentreffen,
kippt die Stimmung schnell von besinnlich zu genervt. Wenn bis auf den letzten Drücker noch Essen
vorbereitet wird oder der Besuch noch gestresst ist, weil er bei der Anreise lange im Stau gestanden hat.
Und schließlich, wenn verschiedene Traditionen aufeinander treffen und keiner auf seine eigene
verzichten möchte. Werden die Geschenke vor oder nach dem Essen ausgepackt, wird davor noch ein
Lied gesungen und gehen alle mit in den Spätgottesdienst? Ja, an Weihnachten herrscht nicht immer
Familienidylle unterm Weihnachtsbaum.

Der evangelische Pfarrer Friedrich von Bodelschwingh hat einmal gesagt: „Nach Hause kommen, das ist
es, was das Kind von Bethlehem allen schenken will, die weinen, wachen und wandern auf dieser Erde.“
Nach Hause kommen ist also das große Geschenk, das Gott uns mit der Geburt seines Sohnes machen
will. Einen Platz haben, an dem wir uns geborgen und angenommen fühlen.

Wenn Sie also dieses Jahr wieder angenervt unterm Tannenbaum sitzen, schauen sie doch einfach mal
in die Runde. Erinnern sie sich daran, was ihnen die Menschen um sie herum bedeuten. Vielleicht fällt
ihnen wieder ein, warum ohne sie das nach Hause kommen kein wirkliches Zuhause wäre.
Ich bin dankbar, dass ich an Weihnachten im doppelten Sinne nach Hause kommen kann: in die Kirche
zum Gottesdienst und zum Essen in mein Elternhaus.